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Wir starteten vom Flughafen Malpensa gegen Mittag und flogen auf direktem Weg Richtung Singapur. Unserer Airbus A380 der Singapore Airlines war ausgebucht, der Check-In verlief problemlos. Die 12 Stunden reine Flugzeit waren eigentlich nicht schlimm, denn es wurden Decken, Polster usw. ausgeteilt. Jeder Passagier hat vor dich einen Display mit den Fluginformationen oder hunderte von Filmen. Zusätzlich wurden wir 12 Stunden durchgefüttert, so zumindest kam es mir vor.
Wir landeten pünktlich in Singapur und beim verlassen haute es mich fast um: von den kühlen 10°C in Mailand auf über 30°C und 90% Luftfeuchtigkeit setzten mir gehörig zu. Der Flughafen in Singapur ist nicht mit den "kleinen" Mailänder Malpensa Flughafen nicht zu vergleichen. Es gibt einen Schmetterlingsraum, Geschäfte und überall Fußmassage Geräte. Nach 3 Stunden Aufenthalt ging es weiter nach Denpasar, Bali. Dort angekommen galt es das Visum zu beantragen und ein Taxi zu suchen. Beides war ziemlich einfach und so sind wir späten Vormittag Ortszeit im Hotel angekommen.

Die erste Woche auf Bali waren wir in Nusa Dua untergebracht. Das Hotel war echt wunderbar, aber leider sehr westlich. Nusa Dua liegt auf der südlichen Halbinsel von Bali und ist neben Kuta und Denpasar sehr touristisch. Bei jedem Hotel wird der Eingang kontrolliert, man fühlt sich wie in einem goldenen Käfig. Das Hotel war direkt am Strand und sehr gepflegt. Aber am besten war das Frühstücksbuffet: geschätzte 100 verschiedene Speisen, von Obst über Teigwaren, Brot, Wurst usw. wurden frisch zubereitet. Sehr schade fand ich die daß viele Touristen überhaupt keinen Sinn für Lebensmittelverschwendung haben. Tellerweise wurde Obst, Brot usw. einfach weggeworfen. Sobald das Teller leer war wurde es sofort weggeräumt, auch wenn man noch etwas holen wollte. Man musste sich dann ein neues holen.

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Kuta

Wir hatten die erste Woche ein straff organisiertes Programm. Es ging zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Bali, unter anderem zu den Tagalalang Reisfeldern und zu verschiedenen Tempeln. Wir waren eine ziemlich große Gruppe und es war schwierig, mit unserem Reiseführer ein paar Worte zu wechseln. Schade war dass wir immer nur wenig Zeit hatten, den Ort zu genießen und wir bald wieder weiter mußten.

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Vom ersten Tag an hat mich die Lebenseinstellung der Balinesen imponiert. Hektik oder Stress gibt es wie bei uns nicht. Die Balinesen sind sehr arbeitssam, nehmen sich aber gleichzeitig die Zeit, soziale Kontakte zu pflegen bzw. während der Arbeit Opfergaben zu machen oder mit dir über Gott und die Welt zu reden.

 16C2428Neben den Tagalalang Reisfeldern sind wir auch zum wichtigsten Tempel Balis gefahren: Gunung Kawi. Der Felsentempel liegt in der Nähe von Ubud im Landesinneren und ist eine Gedenkstätte für die Königsfamilie Udayana aus dem 10. Jahrhundert. Die vielen Stufen zum Tempel nimmt man gerne, auch die vielen Souvenierläden am Anfang der Stufen. Die Tempel auf Bali dürfen nur mit einem Sarong betreten werden. So ost es nicht verwunderlich dass es Horden von Sarong Verkäufer gibt.

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Die Artenvielfalt dieser tropischen Insel spiegelt sich auch im Speiseplan wieder. Alle möglichen Reissorten, Gemüse und Früchte werden mit Fleisch zubereitet. Meistens ist es Hühnerfleisch oder Schweinefleisch. Kühe werden auf Bali nicht geschlachtet, sie sind den Hindus heilig. Trotzdem werden Kühe als Schlachtvieh verkauft: sie werden einfach nach Java exportiert, dort geschlachtet und verzehrt.

 16C2553Ein sehr bekannter Surf und Tauchspot ist Nusa Lembongan südlich von Bali. Wir hatten einige Stunden Zeit, diese kleine Insel vor Bali zu besichtigen. Die meisten gingen Schnorcheln, ich bevorzugte auf festem Boden die Insel zu erkunden. Neben einen fast menschenleeren Sandstrand fand ich auch eine Felsenküste, wo der Ozean mit voller Kraft gegen eine ausgewaschene Felsenhöhle krachte. Die Kraft des Wassers ist gewaltig, es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange diese Höhle überdauert.

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Die Menschen strahlen eine Ruhe aus, wie wir sie in Europa nicht mehr kennen. Die Balinesen sind sehr religiös, aber im selbem Moment auch flexibel. Normalerweise geben sie den Göttern 3 mal täglch eine Opfergabe. Wenn man es aber nicht schafft ist auch kein Problem.

Ich war froh, dass wir nach 1 Woche den Touristenmassen ausstellen konnten. Nachdem wir uns von der übrigen Gruppe verabschiedet hatten ging es nach Ubud, unserer zweiten Station auf Bali.

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Mit dem Taxi fuhren wir von Nusa Dua nach Ubud, einer der bekanntesten Städte auf Bali. Ubud ist bekannt als Zentrum der Balinesischen Kunst und Handwerk und war vor Jahrzehnten Anlaufpunkt für viele Aussteiger, Künstler und Hippies. Wir hatten ein Bungalow über Tripadvisor gebucht, der eigentlich im Zentrum der Stadt sein sollte. Vor Ort stellte sich aber heraus, daß wir den falschen Bungalow gebucht hatten und er uns nicht wirklich zusagte. Wieder einmal zeigte sich die Flexibilität der Balinesen: schnell wurde die Buchung storniert und direkt vor Ort umgebucht. Wir bekamen 2 Zimmer im Wenara Bali Bongalow in der Nähe des Monkey Forest, dem "Affenpark"... Den heiligen Monkey Forest hatten wir bereits die Woche davor besucht, deswegen begnügten wir uns Abends immer mit der Innenstadt und dem Markt.

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Ubud ist eine lebhafte kleine Stadt mit sehr viel Touristen. Die Hauptstraße durch das Zentrum ist notorisch überlastet und nur spät in der Nacht auch mal ruhig. Das wichtigste Verkehrsmittel auf Bali ist der Motorroller. Wahnsinn was alles auf Motorrollern geliefert werden kann. Für viele Balinesen ist der Scooter das einzige Fortbewegungsmittel, und so wird schon mal die 4 köpfige Familie oder x Hühner transportiert. Für die einfache Bevölkerung ist ein Auto wirklich ein Luxus, das sich wenige leisten können. Trotz des chaotischen Verkehrs sind vor allem die Autos perfekt gepflegt und geputzt. Wir erfuhren dass es in Bali einen Feiertag für den Gott des Metalls gibt. An diesem Tag werden alle metallischen Gegenständig verziert und verehrt.

Balinesen sind „Ritual Junkies“, es gibt immer etwas zu feiern oder zu besprechen. Jeder Tempel (und Bali hat viele Tempel), Götter, Dämonen usw. haben einen eigenen Feiertag! Da kann es schon mal passieren daß eine komplette Straße einfach gesperrt wird und das Chaos ist natürlich vorprogrammiert.

In Ubud ist der Hauptsitz von Mitra Bali, einer Fair Trade Firma, welche die  kleinen Handwerker in Bali unterstützt. Ihr Gründer und Chef war vor einigen Jahren in Südtirol zu Gast. Bereits von Südtirol aus hatten wir die 2. Woche zum größten Teil mit den Besuchen von Mitra Bali und einigen lokalen Handwerkern organisiert. Bereits am nächsten Tag wurden wir von 2 Mitarbeitern abgeholt, um zum Hauptsitz von Mitra Bali zu fahren. Die Firma liegt ein wenig außerhalb von Ubud und wir wurden sehr herzlich von Agung Alit empfangen. Er spricht sehr gut Englisch, wie die meisten Balinesen, welche einen höheren Schulabschluss haben oder mit Touristen zu tun haben. Mitra Bali arbeitet hauptsächlich mit kleinen Handwerkern zusammen, die Holz oder Metallprodukte herstellen. Es wird zusammen mit dem Handwerker ein Projekt abgewickelt, um ihnen größtmögliches Mitspracherecht zu geben. Der Großteil der Arbeiten sind Auftragsarbeiten von weltweiten Fair Trade Organisationen, somit sind die Anforderungen sehr vielfältig. Gemeinsam wird ein Zeitplan erstellt und dem Handwerker das Rohmaterial zur Verfügung gestellt. Das Rohmaterial müssen die Handwerker immer bezahlen, wobei sie aber sehr interessante Lösungen haben, um den Handwerkern entgegen zu kommen und sie in schwierigen Lagen zu unterstützen. Die Handwerker sind meistens auch Bauern bzw. haben ein Haus mitten in der Natur mit Kaffee, Bananen, Ananas, Reis usw.

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Durian Frucht

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So war es auch nicht verwunderlich, daß wir in den Kontakt mit Durian kamen, „der“ Nationalfrucht der Balinesen. Über die Frucht gibt es eine schöne Geschichte: Der König von Bali wollte dem Indonesischen König eine Freude machen und schickte ihm eine Durian Frucht als Geschenk. Als nach einigen Wochen immer noch keine Antwort vom indonesischem König kam, fragte man nach, ob die Frucht denn überhaupt angekommen war. Doch doch, antwortete man, aber die Frucht war schon faul als sie angekommen ist, sie stank fürchterlich! Es stimmt wirklich, die Durian Frucht riecht man bereits meterweit entfernt. „Entwerder du liebst die Frucht, oder du hasst sie“ ist die Antwort der Balinesen auf die Frage, wie die Frucht schmeckt. Ihr werden aber heilsame Kräfte zugeschrieben, vor allem gegen niedrigen Blutdruck. Kein Wunder, der Gestank muss ja helfen, der weckt sogar Tote auf!

Eines unserer Ziele in der zweiten Woche war eine Besteigung von Gunung Batur. Er ist der zweithöchste Vulkan auf Bali und mit seinen ca. 1700m nicht allzu hoch. Wir starteten in der Nacht, um bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Wie so ziemlich alles kann man direkt im Hotel eine geführte Tour buchen. Wir haben uns auch für solche entschieden, da wir ja nicht mobil waren und es von Ubud zum Vulkan ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit. Pünktlich wurden wir direkt vor dem Hotel abgeholt und fuhren in einem Höllentempo durch die leeren Dörfer. Die Straßen waren leer und nach einer Stunde machten wir halt bei einem Kaffebauer. Wir bekamen gebackene Bananen, Ananas und Kaffee und fuhren dann weiter. Unsere Gruppe bestehend aus uns und 2 Französinnen bekam eine sehr junge Guide zugewiesen. Sie war sehr freundlich und wir machten uns gemeinsam auf den Weg. Während dem Aufstieg erzählte sie uns von ihrer Familie, ihren 2 Kindern (mit 20 Jahren...) und wie froh sie ist, eine Arbeit zu haben. Jeden Tag steigt sie auf den Vulkan und überwindet die 800 Höhenmeter mit einem schweren Rucksack. Respekt! Der Weg schlängelte sich durch Wald und Plantagen hindurch, immer hinauf Richtung Gipfel. Es waren sehr viele Gruppen unterwegs. Ab der Hälfte der Strecke wurden die Bäume von Sträuchern und Gras abgelöst und der Weg steiler. Wir mussten einige Male auf die anderen warten und bei den steilsten Stufen mithelfen. Trotzdem waren wir pünktlich zu Sonnenaufgang am Gipfel.

Direkt am Gipfel haben die Guides eine Blechhütte aufgebaut, wo sie, wie solls auch anders sein, gebackene Bananen und Ananas zubereiteten und uns zum Essen gaben. Natürlich gibt es auch die Kehrseite von soviel Service: der Berg ist sehr zugemüllt, überall liegen Plastikbecher, Teller usw. herum. Beim Abstieg konnte ich es nicht lassen, 5 Säcke Müll zu sammeln, zum Leidwesen unserer Guide. Anfänglich hatte sie Angst, ich würde abstürzen und mich verletzen. Zum Ende hin halfen uns immer mehr Leute beim Sammeln und wir wurden von den Guides mit Respekt angesehen. Ein gutes Gefühl!

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Auf der Heimfahrt machten wir wieder beim selben Kaffeebauer halt. Natürlich nicht ohne Grund: er hatte in der Zwischenzeit seinen Verkaufsstand aufgebaut und bot neben verschiedenen Kaffeesorten auch Luwak Kaffee. Wir kauften einige Sorten und machten uns müde nach Hause.

Reisfelder in Bali

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Palm leaf carver

Agung von Mitra Bali hatte für uns einen Taxi Fahrer organisiert, um uns ein wenig die Ostküste Balis zu zeigen. Wir fuhren insgesamt 2 Tage von Ubud Richtung Amed, einen der bekanntesten Tauchspots auf Bali. Dort übernachteten wir im Vienna Hotel direkt am Strand. Auf der Hinreise besuchten wir die Water Palace Tempel und machten bei Reisfelder halt. Wir besuchten auch ein traditionelles Dorf mit einem Palmblätter Schnitzer. Unglaublich mit welcher Perfektion di Balinesen ihr Handwerk ausüben. Anders als bei uns ist nicht die Arbeit teuer, sondern die Rohstoffe. In Amed konnten wir endlich auch die Unterwasserwelt Balis ohne Stress bewundern. Wir konnten direkt vom Strand des Hotels ins Meer springen, 5 Meter vor der Küste tat sich ein wahres Paradies an Korallen, Fische, Pflanzen usw. auf. Das Wasser hatte Badewannentemperatur und so verbrachten wir stundenlang im Wasser um die verschiedensten Tiere zu beobachten und fotografieren.

Amed

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Die 3. Woche war ich alleine unterwegs. Ich hatte bereits von Zuhause aus eine 3 tägige Trekking Tour auf dem Gunung Rinjani gebucht. Der Gunung Rinjani ist ein aktiver Vulkan aus Lombok, einer Insel neben Bali und der zweithöchste Vulkan auf Indonesien.

 16C4350_RMLos gings von Badangbai auf Bali mit dem Schnellboot nach Lombok. Bei Teluk Nara legte unser Boot an und es dauerte nicht lange, bis der Fahrer des Trekking Anbieters gekommen ist. In knapp 1,5 Stunden rasten wir über die engen Straßen nach Senaru, ein kleines Dorf im Landesinneren und Stützpunkt von Andreas' expedition. Ich wurde in einer einfachen Unterkunft untergebracht, die aber mehr als perfekt war. Am Abend war ich bei Andreas (er heißt so wirklich) zum Essen eingeladen. Dort lernte ich auch noch die weiteren Personen kennen, die mit mir die Trekking Tour machen wollten. Wie der Zufall es will waren es 3 Deutsche, ein junges Pärchen und eine allein Reisende.

Am nächsten Tag ging es mit dem Auto nach Sembalun, wo wir unsere Tour starteten. Wir mussten uns im Nationalpark Haus registrieren, um eine Eintrittskarte zum Park zu bekommen. Gleich darauf ging es über sanfte Bergrücken immer weiter nach oben. Der Berg ist den ganzen Tag in Wolken gehüllt, sodass wir bald in ein Nebelmeer eintauchten, das die Hitze stark milderte.

 16C4496_RMEs war der erste Tag und Tour, die unsere Begleiter dieses Jahr führten. Der Vulkan ist im Dezember ausgebrochen und deswegen wurden alle Tätigkeiten am Berg eingestellt. Man merkte den Trägern und dem Guide die lange Pause an. Wobei ich aber zugeben muss: mit diesem Gewicht und Ausrüstung wäre ich nicht mal bis zur Hälfte gekommen! Einzig Awinks, unser Guide, hatte Bergschuhe an. Alle anderen waren mit Flip Flops unterwegs!

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Nach gut 4 Stunden Wanderung sind wir auf dem Kraterrand angekommen. Noch immer war alles in Nebel gehüllt. Wir warteten bis die Zelter aufgebaut wurden und das Abendessen vorbereitet wurde. Es war mir mehr als einmal peinlich, wie wir umsort wurden: bis auf das tägliche Wasser brauchten wir nichts zu tragen. Auch die komplette Arbeit rund um das Lager wurde von unserem Team erledigt. Diese Diskrepanz zwischen Gast und Träger/Guide war schlimm und nur zu rechtfertigen, dass wir ihnen eine Arbeit geben konnten.

 16C4704Gegen Abend lichtete sich der Neben und der Gipfel kam zum Vorschein. Unser Team bereitete uns ein ausgezeichnetes Abendessen mit Früchte, Reis, Fleisch usw. zu. Sie selbst kochten sich Nasi Goreng und aßen leider nicht mit uns.Die Nacht war recht kuz, da wir um 3 Uhr morgens wieder aufbrechen mussten.

Der Gipfelaufstieg war ziemlich anstrengend, der Gipfel besteht zum Großteil aus Schotter. Nach zweieinhalb Stunden war es endlich geschafft: wir waren am Gipfel. Es war saukalt und ich war froh, dass ich meine Winterjacke mitgenommen hatte. Meinen Sarong lieh ich einem Guide einer andere Gruppe, der schlotternd auf dem Gipfel stand.


Gunung RinjaniDie Aussicht war fantastisch: auf der einen Seite die Insel mit dem Meer davor, auf der anderen Seite den ganzen Krater mit dem Kratersee! Awinks hatte im Rucksack nicht nur Kekse und sonstiges Futter, sonder auch Bier, Wasser, Fruchtsäfte usw. Es tut mir immer noch im Herzen weh, wie sehr er sich für uns (und für die anderen Gruppen) abmüht.
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Am Lagerplatz wieder angekommen ruhten wir uns ein wenig aus und bekamen unser zweites Frühstück serviert. Alle anderen Gruppen bekamen mehr oder weniger Kekse, Kaffee und Tee, wir bekamen gebratene Bananen, Ananas, Fruchtsäfte, usw. Awinks erzählte uns, dass Andreas die Träger und ihn sehr gut bezahlt, dafür aber schwerer tragen mussten. Und die meisten Guides würden nicht bis zum Gipfel gehen, sondern bald nach dem Lager stoppen und die Touristen alleine auf dem Gipfel stehen.
Andreas Expeditionen ist sicherlich um einiges teurer als die günstigen Anbieter, aber zumindest die Leute werden fair behandelt.
 16C4830  16C4834  16C4851  16C4858Träger auf Lombok

Nachdem wir vom Lager aufgebrochen waren ging es Richtung Kratersee hinunter. Der Weg war steil und manchmal ausgesetzt. Awinks erzählte uns, daß wir die beste Zeit ausgewählt haben. In der Trockenzeit wäre es so heiss, dass der komplette Wald ausgedörrt ist und es manchmal zu großen Bränden kommt. Im März aber ist es noch feucht von der Regenzeit und der Wald ist grün und überall blüht und gedeiht es. Jeden Tag wiederholt sich das Wetter: bei Sonnenaufgang wolkenlos, am Vormittag zieht es zu, Nachmittag kann es regnen und am Abend klart es wieder auf.

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 16C5014Als wir am Fuße des Kraters angekommen waren fing es an wie aus Kübeln zu schütten. Unsere Träger bauten schnell ein provvisorisches Tarp auf und wir verkrochen uns alle darunter. Es war Mittagszeit und so wurden wir wieder königlich bekocht. Der kleine Krater im Krater rauchte und Awinks, der einzige der ein paar Worte Englisch konnte, erzählte mir, dass vor 30 Jahren der Krater noch komplett unter Wasser stand. Erst in den letzten Jahren hat sich der kleine Vulkan im Vulkan aufgetürmt und verdrängt das Wasser. Vor einigen Jahren, so Awinks, kamen französische Forscher und wollten die Tiefe des Kratersees messen. Doch leider waren ihre Messgeräte zu schwach...

Nach ein paar Minuten hörte es auch schon wieder auf zu regnen und so konnten wir ohne nass zu werden unsere Wanderung fortfahren. Es ging wieder Richtung Kraterrand hoch, aber auf der anderen Seite. Es war nicht so steil wie der Abstieg, aber trotzdem kamen wir ins Schwitzen. Bei einigen schwierigen Stellen waren Seiler befestigt. Hut ab vor den Trägern, die hier mehr als 30kg hochschleppen!
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Am Kraterrand angekommen wurden wieder die Zelter aufgestellt und wir bekamen wieder ein 5 Sterne Menu serviert. Die Träger selbst aßen nur Reis. Ich fragte ob ich nicht ihren Reis kosten dürfte, wohl wissend, dass das einheimische Essen für uns sehr schaft war. Zu meiner Überraschung war er super lecker und nicht ganz so scharf wie ich es mir vorgestellt hatte!

 16C5050Der nächste Tag begann wieder mit einem wunderschönen Sonnenaufgang und wir machten uns gleich nach dem Frühstück auf. Jeden Meter den wir nach unten gingen wurde es wieder wärmer, und nach 6 Stunden berabgehen (dazwischen gabs wieder Mittagessen) kamen wir auf der anderen Seite des Nationalparkes an. Bevor wir mit den Autos nach Senaru fuhren mussten wir uns bei der Nationalparkbehörde abmelden und die Träger den Müll abgeben. So versuchen sie, das allgegenwärtige Müllproblem in den Griff zu bekommen...

Der Abschied von unserem Team war herzlich, ich bekam von Awinks eine Packung Kaffee geschenkt und ich wurde nach Bangsal gefahren, wo das Schnellboot nach Gilli Meno startete, meine letzte Station auf meiner Reise.
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Die letzen 2 Tage wollte ich auf Gilli Menu verbringen, eine von frei kleinen vorgelagerten Inseln von Lombok. Wie üblich gestaltete sich die Überfahrt und die Herbergsuche überaus einfach: Du wirst angesprochen, ob du etwas brauchst, du frägst und es wird dir überall weitergeholfen, ohne aufdringlich zu sein! Diese Mentalität ist mir auf meiner ganzen Reise aufgefallen, da könnten wir uns einen Happen davon abschneiden! Die Gilli Inseln sind unter Heiratenden sehr beliebt, weil sie neben einer wunderschönen Landschaft auch perfekte Tauch- und Schnorchelspots sind. Doch leider auch sehr zugemüllt, vor allem mit Plastik. Auf meine Frage, was denn mit dem Müll passiert, war die Antwort: "einmal in der Woche säubern wir die Insel und zünden den Abfall an". Eine nachhaltige Müllentsorgung schaut zwar anders aus, aber welche andere Möglichkeit hat man, wenn es keine Entsorgung gibt.
Gilli MenoSchwertransport auf Gilli MenoDie Inseln sind wirklich klein: in 2 Stunden läuft man einmal um die Insel rum. In der Mitte der Insel zerfällt eine Ferienanlage mit Schwimmbar und allen drum und dran. Schuld war ein Einbruch der Tourismus Branche nach einem Attentat auf Bali. So schnell kann es gehen. Als ich auf dem Stran in einer Bar zu Mittag aß (ich ernährte mich 1 Woche von Nasi Goreng) beobachtete ich neugierig hektisches Treiben am Strand. Es war ein Schwertransport eines Stromaggregates, welches auf ein Boot verladen werden sollte. Ich schaute etwas zu, konnte es dann aber nicht lassen, rüberzulaufen und ihnen beim Verladen zu helfen. Am Anfang haben die Arbeiter zwar ein wenig blöd geschaut, wenn ich mit ihnen gemeinsam versuchte, das Aggregat auf das Boot zu schieben. Als wir es geschafft haben wollten sie ihr karges Mittagessen (weisser Reis mit scharfen Hähnchenfleisch) mit mir teilen, was ich dankend ablehnte.
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Einer unsere Träger auf Lombok mit seinem Kind Die 2 Tage nutze ich um mich von der doch anstrengenen Trekking Tour zu erholen und den Rückweg zu planen. Mit dem Schnellboot ging es am letzten Tag zurück nach Bali. Schon auf dem Boot wurde meine Taxifahrt nach Denpasar zum Flughafen geplant. Der Vater eines Freundes, der zufälligerweise auch ein Restaurant hat, fuhr mich am Nachmittag zurück nach Denpasar. Obwohl die Strecke nicht sonderlich weit ist brauchten wir mehr als 4 Stunden. Gegen 18.00 war ich auf dem Flughafen und wartete auf dem Abflug. Davor habe ich noch einiges an Obst eingekauft, unter anderem Salak Gula und Mangustin, um sie meiner Familie mitzubringen.

Schweren Herzens stieg ich ins Flugzeug und obwohl ich mich freute, wieder bei meiner Familie zu sein, war der Abschied von Bali schwierig...

Fazit:

Bali ist traumhaft! Der Süden ist überrannt von Touristen, aber sobald man außerhalb der Ballungszentren ist zeigt sich Bali von seiner schönsten Seite. Die Menschen sind unglaublich freundlich, ich hatte kein einziges Mal das Gefühl, übers Ohr gehaut zu werden oder nicht willkommen zu sein. Bei den vielen Gesprächen mit den Einheimischen kamen wir der Kultur und Religion der Balinesen etwas näher und waren überwältigt von deren Toleranz und Offenheit anderer gegenüber. Die Menschen versuchen so gut es geht Profit aus den Touristen zu schlagen, ohne aber dabei aufdringlich zu sein.

Lombok ist viel weniger touristisch aber deswegen nicht weniger vermüllt. Die Menschen sind verschlossener, aber trotzdem sehr freundlich und zuvorkommend. Auch dort fühlte ich mich wirklich wohl: alle negativen Berichte über Bangsal usw. kann ich nicht bestätigen. Das Rinjani Trekking war wunderschön und ich kann den Anbieter nur weiterempfehlen.

Gilli Islands sind schön, aber auch sehr touristisch. Vor allem auf den Stränden wird man ständig wegen irgendwelche Dienste angequatscht, manchmal fast zu hartnäckig. Die Inseln sind zu klein, um mehere Wochen darauf zu verbringen. Ausser man liebt das Tauchen und Schnorcheln, dann sind sie sicher erste Sahne!